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Schloss Gripsholm - musikalische Lesung von Tucholsky

 

Sa., 06.07.2019 - 20 Uhr

Musikalische Lesung von Kurt Tucholsky & Sachs-Band

> Musik-Theater-Event im ZAK-Theater-Garten

Eine musikalische Lesung von Kurt Tucholskys Erzählung "Schloß Gripsholm"

mit Norbert Ebel (Text), Carolin Grein (Gesang) und der Sachs-Band


Lydia und Peter sind ein modernes Paar, unverheiratet, unkompliziert, unsentimental. Mit der Eisenbahn rattern sie von Berlin nach Kopenhagen, gefolgt von Seekrankheit und schönen Ausblicken. Die Fahrt endet am Mälarsee in Schweden, wo die Verliebten auf Schloss Gripsholm ein verschwiegenes Ferienidyll finden mit Platz und Zeit für Ausflüge, Kreuzworträtsel, Neckereien und Küssen von früh bis spät.

Peters Busenfreund Karlchen kommt zu Besuch und legt sich mit den beiden in eine «tiefe Badewanne von Freundschaft». Auf Karlchen folgt Billie, Lydias beste Freundin, und animiert aus der Laune des Augenblicks zur unbeschwerten Dreiecksbeziehung. Kein Wölkchen trübt den blauen Himmel über Schloss Gripsholm.

Norbert Ebel schwört in seiner Lesung die unbeschwerte Heiterkeit von Tucholskys Sommer-Romanze herauf.

Der Gesang Carolin Greins und die Musik der Sachs-Band

stimmt mal zärtliche, mal melancholische, mal fröhliche Töne an, je nach Atmosphäre der Erzählung

und zieht die Zuhörer in den musikalisch-erzählerischen Bann.

Man wünscht sich, diese Geschichte würde nie ein Ende nehmen!

***

Die Erzählung "Schloß Gripsholm - Eine Sommergeschichte", die Kurt Tucholsky 1931 veröffentlichte,

enthält Handlungen/Szenen aus der Biografie Tucholskys (1890-1935).

"Schloss Gripsholm" bescherte Tucholsky posthum einen der größten Erfolge der deutschen Nachkriegsliteratur.

Im Herbst 2000 kam die deutsche Literaturverfilmung von Xavier Koller in die Kinos.

***

Ort des musikalischen Theater-Geschehens:

Schön-Wetter-Ort: "ZAK-Theater" im Garten oberhalb des Kelterhauses, direkt am Weinberg

Schlecht-Wetter-Ort: ZAK-Gewölbekeller bei Kaminfeuer

*

Eintrittspreis (pro Pers.) für einen besonderen Musik-Theater-Besuch:

10 Euro im Vorverkauf - Sie erhalten ab sofort Ihre Theater-Karten im ZAK oder per Überweisung (*)

13 Euro an der Abendkasse - gültig am Samstag, 06.07.19 ab 17 Uhr im ZAK

zu *) bei Anruf im ZAK erhalten Sie die Konto-Verbindung zwecks Ihrer Überweisung.

*

*ZAK*

Zum Alten Kelterhaus - Ausserhalb 7 - 67577 Alsheim - Tele: 06249-5702

 

PRESSESTIMMEN / Oberhessische Presse / Sep.2018 / Julia Mädrich

Tucholsky mit Musik und viel Charme „Schloss Gripsholm“:

Marburger Sachs-Band präsentierte mit Norbert Ebel musikalische Lesung

Im schwedischen Schloss Gripsholm siedelte Kurt Tucholsky seine gleichnamige Liebesgeschichte an. Marburger Musiker und Theaterleute widmeten ihr einen bezaubernden Abend.

Manchmal kann es wirklich anstrengend sein, sich zu erholen, stellte Kurt Tucholsky 1931 in seiner heiter-melancholischen Liebeserzählung „Schloss Gripsholm Eine Sommergeschichte“ fest.

In einer musikalischen Lesung mit Norbert Ebel, begleitet von der Jürgen-Sachs-Band mit Carolin Grein am Gesang, erweckten die Künstlerinnen und Künstler im Rahmen des Kultursommers Mittelhessen die Romanze des Schriftstellers in der Waggonhalle Marburg zum Leben.

Tucholsky (1890 bis 1935) war einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. In „Schloss Gripsholm“ erzählt er die Geschichte von Peter und Lydia, einem modernen, unkomplizierten Paar, das sich eine Auszeit vom Alltagsgeschehen im schönen Schweden gönnen möchte, in dem Tucholsky seit 1929 lebte.

Das Paar reist an den Mälarsee, wo es im Schloss Gripsholm eine Unterkunft für den Sommer findet. Zwischen Ausflügen, Romantik und Neckereien kommt Peters bester Freund Karlchen zu Besuch und ergänzt den gemeinsamen Urlaub um freundschaftliche und gesellige Stunden. Nach seiner Abreise sucht auch Lydias beste Freundin, Billie, das Paar in Schweden auf und der Urlaub endet in einer unkomplizierten Dreiecksbeziehung.

Charmant und mit unbeschwerter Heiterkeit las Norbert Ebel die Ausschnitte des Werkes, das mittlerweile zu einem der bedeutendsten der Nachkriegsliteratur gezählt wird. Mal imitierte er talentiert Dialekte von Berlinerisch bis zu norddeutschem Platt und brachte das Publikum zum Schmunzeln, mal gab er mit ruhiger, warmer Stimme das pure Glück von Tucholskys Protagonisten in all ihrer ungetrübten Leichtherzigkeit wieder.

Untermalt wurden die Ausschnitte von romantischen bis witzigen Musikstücken, die Stefan Ahrens am Flügel, Jürgen Sachs am Bass und Ludwig Baumgartner am Schlagzeug mit sichtlicher Freude an der Musik arrangiert hatten. Gefühlvoll sang Carolin Grein beispielsweise „Ich hab geweint vor Glück“ von Pur oder „Milk and Toast and Honey“ von Roxette und begeisterte mit ihrer souligen, warmen Stimme auch mit Klassikern wie „It’s De-lovely“ von Ella Fitzgerald.

Viel Beifall entlockte Ebel dem Publikum mit seiner Interpretation von Roger Ciceros „Die Liste“, die er sehr humorvoll mit geschmackvollem Glitzerhut zum Besten gab. Nachdenkliche Sätze standen in Tucholskys Werk neben selbstironischen Passagen. Man solle doch einfach mal auf die Stille lauschen, einfach mal die Freude am Leben genießen und in einer Badewanne aus Freundschaft ein kräftegebendes Bad nehmen. Einfache Ratschläge, die auch gestressten Menschen des 21. Jahrhunderts helfen könnten.

„Es hat unheimlich viel Spaß gemacht“, sagte Norbert Ebel hinterher und freute sich über den voll besetzten Saal der Waggonhalle und die positive Resonanz des Publikums. „Ich kenne Schloss Gripsholm schon seit Kindheitstagen und hatte besonders viel Spaß daran, diesen Klassiker nun zusammen mit der Sachs-Band zu lesen.“ Ohnehin kennen und schätzen sich Jürgen Sachs und der Dramaturg und Autor Norbert Ebel seit vielen Jahren durch die Zusammenarbeit beim Marburger Kinder- und Jugendtheater-Festival „Kuss“.